Freitag, 28. Dezember 2007

Berge und Schafe

Gruess euch!

Wir befinden uns nun im wunderschoenen Neuseeland.
Zum Allgemeinen:
-Einwohner: 4,1 Millionen Menschen und 39 Millionen Schafe!








Nachdem wir in Sydney unseren geliebten Purple recht schnell und gluecklich mit Gewinn verkaufen konnten, buchten wir den Flug um einige Tage vor und landeten am 18.12 in Christchurch, dem groessten Ort auf der Suedinsel.

Der Flug war wie immer sehr entspannt, grosses Lob an Emirates.
Wir wurden erstmal vom Wetter ziemlich ueberrascht und frierten am ganzen Koerper. Die kurzen Hosen und das Bikini-Top sind volkommen fehl am Platz...
Das Wetter ist hier ganz anders als in Australien, erinnert eher an Deutschland...;)






Wir kauften uns gleich am ersten Tag unseren zweiten Campervan, diesmal ein kleineres und gemuetlicheres Gefaehrt. Einen Namen haben wir noch nicht, kommt aber bestimmt bald.

Da wir nun schon erfahren sind in Sachen Auto kaufen ging alles recht fix und so konnten wir schon am zweiten Tal losduesen! Wir naechtigten auf einem netten Campingplatz auf einer schoen gelegenen Halbinsel an der Ostkueste.






Da sich Michi's Freund Steffen auch zur Zeit in Neuseeland befindet trafen wir uns in Hamner Springs, das Tor zu den maechtigen, neuseelaendischen Alpen. Das freudige Wiedersehen wurde natuerlich gefeiert und so machten wir uns erst am naechsten Tag auf.












Unser Weg fuehrte ueber den wunderschoen gelegenden Lewis Pass in Richtung Westkueste. Auf halber Strecke endeckten wir natuerliche, heisse Quellen neben einem eiskalten Gebirgsfluss.

Wir badeten in den kleinen Becken und fuehlten uns grad wohl, nur die laestigen Sandfliegen, die hier sehr verbreitet sind, haben die Ruhe entwas gestoert.
Wir wanderten vom Arthurs Pass eine kleine Route und schlugen unsere Zelte in der Natur am Boden eines Wasserfalles auf.
Wasserfaelle sind in Neuseeland im Gegensatz zu Australien ueberhaupt keine Besonderheit, hier gibt es so viele Fluesse, Seen, Gletscher...die ganze Insel besteht aus Wasser und Berge.








Unser naechstes Ziel war der beruehmte Franz Josef Glacier! Wir konnten uns ueberhaupt nicht vorstellen dass dort ein Gletscher sein sollte, ueberall sahen wir Farnpalmen und dichter Regenwald. Doch ploetzlich endeckten wir die gewaltige, blaue Gletscherzunge, eingezwickt von den Bergen. Nur in Patagonien und in Neuseeland reichen die Gletscher so tief ins Tal, somit kann man das ewige Eis sehr nah erleben. An Weihnachten wanderten wir eine aufregende Tour bis zum Gletschertor. Im kleinen Dorf Franz Josef haben wir ein sehr gemuetliches und nett eingerichtets Hostel gefunden was sogar einen heissen Whirlpool im Garten hatte, wo wir uns nach der Wanderung aufheizen konnten.
So ein Weihnachten haben wir auch noch nie gehabt. Michi zauberte uns traumhafte Mango-Smoothies (mit seinem Weihnachtsmixer), der von echtem Franz-Josef-Gletscher-Eis, welches wir aus dem reissenden Gletscherfluss entwendeten,
gekuehlt wurde.


















Am naechsten Tag ging es zum Fox Gletscher, die beiden liegen sehr nah zusammen. Doch der Anblick des Fox Gletschers war noch intensiver! Im Hintergrund tuermte sich die knapp 4000 Meter hohe, schneebedeckte Spitze des maechtigen Mount Cook auf, Neuseelands groesster Berg.
Im glasklaren Matheson Lake, welchen wir bei einem gemuetlichen Rundweg erkundeten, spiegelten sich die steilen Felswaende des Mount Tasman und Mt Cook.
Etwa 30 km entfernt fanden ein schoenes Plaetzchen am Meer zum Naechtigen und verbrachten dort einen schoenen Abend. Die Tasmanische See zwischen Neuseeland und Australien ist sehr rau und wild und die Wellen waren einfach riesig.
Eine verrueckte Welt, man wandert auf einem uralten Gletscher und eine Stunde spaeter ist man am Meer!





Michi und ich starteten bei strahlendem Sonnenschein eine sehr aufregende Bergtour zu den Welcome Hot Springs, eine ziemliche anstrengende Wanderung von 6 Stunden, die durch einzigartige Landschaften belohnte. Das absolute Highlight: die Huette lag traumhaft in einer gruenen Mulde von riesen Bergen umgeben, die Spitzen alle Schneebedeckt. Und tatsaechlich kam ca. 50 Meter von der Huettn entfernt heisses Wasser aus der Tiefen der Erde gesprudelt... das ergab dann 4 grosse Becken mit verschiedenem Waermegrad! Einfach unglaublich, es war eiskalt doch wir lagen in Unterhose im heissen Wasser und konnten die leuchtenden Sterne und dunklen Berge bestaunen!
Leider spielte das Wetter am naechsten Tag nicht mehr mit und wir wurden von leichtem Regen aufgeweckt, welcher den ganzen Tag nicht mehr enden wollte und immer schlimmer wurde.
Beim Aufstieg war es ein normaler Wanderweg, am naechsten Tag ein reissender Fluss...
Der Abstieg war wirklich nicht einfach, da wir Fluesse durchqueren mussten und bis zu den Oberschenkeln im eiskalten Wasser standen. Daher kamen wir voellig durchnaesst bis auf die Knochen unten an. Aber es hat sich gelohnt...
































Wir fuhren bis zur naechsten Orstschaft namens Haast und versuchten eine trockene Unterkunft zu finden. Da Silvester naht und diese Zeit automatisch die absolute Hochsaison in diesem Gebiet ist, waren natuerlich alle Hostels ausgebucht. Also mussten wir uns mit einem Fish and Chips Gericht zufrieden geben(was zu unserer beider Ueberraschung gar nicht schlecht war) und fuehrten unseren Weg Richtung Wanaka fohrt. Die Strasse folgte dem tiefgelegenen Haast Pass und fuehrte an traumhaften Bergseen und Landschaften vorbei. Eine Rest Area war wie fuer uns geschaffen und dort verbrachten wir dann die Nacht.


Am naechsten Tag kamen wir dann frohen Mutes in Wanaka an, dem selbsternannten Partyort Neuseelands zu Silvester. Wir fanden gluecklicherweise noch ein gemuetliches Hostel fuer eine Nacht. Es gab am Abend feinstes Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln und wir hatten 10 Meter neber dem Hostel einen kleinen Huegel ganz fuer uns allein, der uns wunderschoene Ausblicke in die Umgebung und auf den See gewaehrte, um den Wanaka liegt.


Am naechsten Tag ging es auf nach Puzzling World, einer der Hauptattraktionen des Ortes. Wir wussten eigentlich nicht was uns erwarten wird und wurden sehr ueberrascht. Zuerst raetselten wir stundenlang ueber Bilder, die sich nur mit optischer Taeuschung befassten. Wir kamen in einen schiefen Raum und konnten beobachten, wie Wasser nach oben fliesst oder wir fuhren mit einem kleinen Fahrstuhl nach oben, dachten aber dass er nach unten fuehrt. Unser Verstand spielte voellig verrueckt und erschwerte nur umso mehr den Ausweg im ueberdimensionalen Labyrinth zu finden. Ein sehr lustiges Abenteuer.

Den naechsten Tag wollten die Jungs unter sich sein und starteten daher eine kleine Wanderung in die umliegenden Berge. Juli leihte sich ein Mountainbike aus und fuhr zum nahegelegenden Mountainbike-Park, ein grosser Nadelwald der von Downhill-Touren bis zu extremen Schanzen alles zu bieten hatte. Am Abend fuhren wir zu einem ca. 10 km entfernen Campingplatz wo viele andere junge Leute auf Silvester warteten und daher richtig gute Laune herrschte.

Nun war es soweit, der letzte Tag 2007 hatte begonnen. Es war super Wetter und wir lagen den ganzen Tag faul in der Sonne und konnten den Tag nochmal so richtig geniessen. Am Abend, nach einer kraeftigen Mahlzeit, fuhren wir in die Stadt und feierten Silvester auf neuseelaendicher Art. Das Feuerwerk fiel zwar etwas rar aus, aber die Stimmung war absolut klasse.

Wir hoffen dass ihr alle einen wundervollen Start ins neue Jahr hattet und in guter Laune das Jahr 2008 beginnt.


Bis Bald :)


Dienstag, 11. Dezember 2007

Die Ostkueste ist abgeschlossen...

Grias euch!

In dem schoenen Byron haben wir es uns noch eine ganze Weile gut gehen lassen. Wir liessen uns unter der australischen Sonne brutzeln und versuchten uns weiterhin als Surfer.
Mit der Polizei werden wir es uns wahrscheinlich a bissl verscherzt haben...
Die Campingplaetze waren in Byron Bay wirklich unverschaemt teuer und da es super Parkplaetze direkt am Strand gab mit Dusche und allem drum und dran verbrachten wir unsere Naechte dort. Das hat den oertlichen Beamten aber gar nicht gefallen und daher haben wir nun 2 dicke Strafzettel in Hoehe von ca. 300 Dollar. Aber wir habens ja...;)

Nach ein paar Tagen brachen wir dann unsere Zelte ab und reisten weiter Richtung Sueden.
Eine wunderschoene Strecke an der Kueste, vorbei an traumhaft gelegenen und nur von Sandduenen vom Meer getrennten Seen und sattgruenen Weiden und Huegeln, brachte uns zu dem hochgelegenen Leuchtturm von Seal Rocks mit einer gigantischen Aussicht ueber das Meer und Kueste und sahen sogar Delphin-Schwaerme und Robben, die sich auf den Felsen sonnten.

Nach einigen schoenen Stunden an dem einsamen Beach, den wir dort fanden, ging die Fahrt weiter nach Nelson Bay.
Leider verlief die Autofahrt nicht ganz so reibungslos, wie wir uns das dachten. Es fing ploetzlich an wie aus Eimern zu schuetten und wir erlebten ein kraeftiges Fruehling-Gewitter australischer Art. Wir sahen die Ausfahrt vom Highway nach Nelson Bay sehr spaet und Michi versuchte unseren Purple noch um die Kurve zu manoevrieren. Das ging deutlich schief und unser Auto liess sich in der Kurve weder Lenken noch Bremsen.
Das Resultat: wir rasten auf das gegenueberliegende Auto zu und rammten es mit unsere Schnautze in die Seite.
Zum Glueck keine Personenschaden, aber dafuer um so mehr Blechschaden.

Tja, solche Dinge passieren aber wir machen trotzdem das Beste daraus und werden die restliche Zeit in dem wundervollen Land noch auskosten, auch wenn die Zeit wahrscheinlich kuerzer sein wird als geplant und Neuseeland wohl etwas laenger wird...


Unserem Purple ist zum Glueck nicht so viel passiert, wir konnten den Schaden ohne Probleme richten lassen und hoffen nun dass es niemanden auffallen wird beim Autoverkauf in Sydney.


Natuerlich sass der Schock doch recht tief und wir konnten daher den ersten Abend in Anna Bay, einem Strandoertchen von Nelson Bay, nicht ganz so geniessen.
Aber schon am naechsten Tag endeckten wir die Reize dieser Gegend und fuehlten uns sehr wohl. Juli besuchte eine Surfschule und belegte einen Surfkurs fuer eine Stunde und siehe da, man steht auf dem board. Der langersehnte Moment ist da! Sie versuchte dann auch Michi das erlernte beizubringen, scheiterte aber klaeglich...;-)






Ansonsten erlebten wir unglaublich schoene Sonnenuntergaenge und Wolkenformationen in allen erdenklichen Farben und campten direkt neben einer Sandsavanne die sich 38 Kilometer ins Hinterland zieht.














Unser Trip ging weiter nach Sydney und die Ostkueste Australiens war somit abgeschlossen.
Da wir doch schon einige Zeit in Sydney verbrachten, umfuhren wir die grosse Stadt und begaben uns weiter in Richtung Melbourne. Viele Reisende waren sehr begeistert von Melbourne und dementsprechend freuten wir uns darauf.

Doch zuerst stand etwas anderes auf unserem Plan, die beruehmte GREAT OCEAN ROAD!
Die Strasse gehoert zu den schoensten Routen dieser Welt und schlaengelt sich ab der Surfstadt Torquay(wo sich Quicksilver, Rip Curl, Cult und Billabong Laeden die Hand geben) ca. 50 Kilometer direkt an der dramatischen Felskueste entlang.
Das Meer donnert unermuedlich mit voller Wucht an die Suedkueste und schuf so ueber die Jahre die abstraktesten und wildesten Felsformationen. Die wohl bekanntesten und begehrtesten Formationen sind die "12 Apostels", 12 Felsnadeln die aus dem Meer empor ragen. Leider sind nur noch 6 davon uebrig, die Restlichen sind in den letzten Jahrzehnten in sich zusammengebrochen. Noch erwaehnenswert sind "the Arch", eine riesen Sanduhr und die "london bridge", eine Felsbruecke die auf die offene See fuehrt.
Es sind aber nicht nur die einzelnen Lookouts spektakulaer, die komplette Strecke ist unbeschreiblich schoen, staendig erblickt man das Meer und die Kueste auf neue Weise und auch das Hinterland hat einiges zu bieten. Gemaessigter Regenwald regiert im Hinterland, worauf die Bewohner Viktorias ( wir befinden uns nun schon im dritten Bundesstaat) maechtig stolz sind, und das zurecht. Wir wanderten einige Tracks und mussten uns durch dichte Farnpalmen arbeiten und erblickten tausend Jahre alte Baeume mit Staemmen von bis zu 20 Meter Durchmass!!!


Die Nacht verbrachten wir in einem sehr abgelegenen Campingground mittem im Regenwald. Diese Nacht werden wir so schnell nicht wieder vergessen!!! Wir parkten unseren Purple unter schattenspendenden (den Schatten haetten sie sich allerdings sparen koennen, es war so kalt dass wir sogar unsere dicksten Pullis aus der hintersten Ecke vom Auto kramen mussten) Eukaliptusbaeumen die in Besitz von innigen Koalas waren. Wir endeckten im laufe des Abends immer mehr von diesen putzigen Tieren in den Baumwipfeln und sie waren auch nicht zum ueberhoeren!!! Zwar schlafen die Tierchen den ganzen Tag, aber sie wachen dann doch manchmal auf, lassen ihren lauten "brumpfschrei" raus, nagen an einem Blaettchen und schlafen wieder weiter. Und da fast in jeden Baum ein inniger Koala sass, war die Nacht auch dementsprechend laut...;)

Da uns die Great Ocean Road so sehr begeistert hat, blieben wir sogar noch eine zweite Nacht und genossen die grandiosen Ausblicke. Schaut euch einfach die Fotos an, die werden euch bestimmt ueberzeugen!!!































Damit war der westlichste Punkt unserer Australien Reise erreicht und es ging zuruck in die pulsierende Multi-Kulti-Stadt Melbourne. Wir waren ueberrascht wie ganz anders Melbourne im Gegensatz zu Sydney ist. Es ist alles nicht so stark reglementiert, die Strassen sind bis tief in die Nacht sehr belebt und die Trambahn ist kostenlos...;)
Wir starteten unseren eigens gefuehrte Stadtrundgang vorbei am Parlament, einigen Kirchen und dem wunderschoenen Botanischen Garten.

Wir werden nun noch 1-2 Tage in Melbourne verbringen und dann geht es schon zurueck nach Sydney. Dort versuchen wir unseren Purple zu verkaufen und sobald dies geschehen ist, geht es los nach Neuseeland!

Also ihr Lieben, die naechste Info wird es vielleicht schon mit einem neuen Auto aus einem sehr reizvollenen Land geben!
Wir freuen uns sehr ueber eure Besuche und hoffen dass euch die Homepage weiterhin gut gefaelllt.

Geniesst die Vorweihnachtszeit mit richtigen Tannenbaeumen...bei uns schaut das alles etwas anders aus ;-)