Donnerstag, 3. April 2014

Die Torres und die Pampa


Buenas!
Noch immer beeindruckt von dem fantastischen Mount FitzRoy Massiv trafen wir in dem Örtchen El Chalten auf eine richtige Persönlichkeit, Einer von den bekannten Huaba Buam radelte plötzlich an uns vorbei. Wir ließen es uns natürlich nicht nehmen ihn anzusprechen und erfuhren so, dass die nächste Klettertour auf einen von den scheinbar unüberwindbaren Zinnen geplant ist. Absolut verrückt diese Buam!

Auch wir stürzten uns gleich wieder in das nächste Abenteuer und machten uns auf den Weg an den für uns südlichsten Punkt der Erde den wir je erreichen werden, Puerto Natales mit seinem berühmten Torres del Paine Nationalpark. DAS Postkartenmotiv und Reiseführerdeckblatt Chiles schlechthin. Doch zuerst statteten wir noch einen der wenigen noch immer wachsenden und ständig in Bewegung stehenden Gletscher einen Besuch ab, dem Perito Moreno Gletscher. Eine gewaltige, blaue und mehrere kilometerlange Eiswand schiebt sich durch ein enges Tal in seinen Gletschersee und hier konnten wir die Bewegungen richtig miterleben, den ständig knackte und knarrte das Eis und riesige Eisbrocken fielen mit lautem Getöse ins Wasser.
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Nach einer Gemüsekontrolle an der chilenischen Grenze und somit ohne Zwiebeln und Knoblauch erreichten wir also die "Camino Fin del Mundo", der Name sagt eigentlich alles aus. In Puerto Natales deckten wir uns mit genügend schnellkochenden Mahlzeiten ein und bereiteten uns auf eine anspruchsvolle 5-tägige Bergtour um das grandiose Torres del Paine Massiv vor. Laut Wetterbericht mussten wir uns auf Windgeschwindigkeiten von 80km/h sowie Temperaturen um den Frostbereich gefasst machen und tatsächlich fielen die ein oder anderen Schneeflocken während unserer Fahrt zum Ausgangspunkt der Tour. Mit dem entsprechenden Respekt und Gepäck ging es los und schon auf der Fährfahrt über den türkisblauen See zu Füßen der Grande Paine wurden wir mit spektakulären Ausblicken begrüßt.
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Die Nächte in unserem klapprigen Zelt waren ungemütlich und eiskalt, es regnete und windete ordentlich und die Wanderwege waren schwer zu passieren, aber wir hielten uns wacker und wurden dafür auch immer wieder von der wunderschönen Natur belohnt und konnten auch Überraschungen wie Sterne Schauen in einen HotPot mitnehmen. Zum Höhepunkt dieser anstrengenden Bergtour aber hatten wir Glück und konnten die über 1000 Meter hohen Felsflanken der Torres im Sonnenlicht bestaunen, ein überwältigender Anblick der alle Mühen vergessen lässt.
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Dies war nun also der südlichste Punkt auf unserer Reise und so langsam hatten wir auch ehrlich gesagt genug von  dem ständigen, starken Wind und dem rauen Klima, also ging es ab sofort nordwärts und über 2000 Kilometer argentinischer Pampa lagen vor uns. Die Straßen sind zum Glück deutlich besser ausgebaut wie auf chilenischer Seite und so rasten wir begleitet von Guanacos und sprintenden Strauße durch ein spiegelglattes Niemandsland, welches sich nur ab und zu durch schwarzes, rotes oder gelbes Gestein abwechselt.
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Doch auf einmal floss in den ausgetrockneten Flussbetten wieder Wasser und sofort wurde die Landschaft grün, freundlich und abwechslungsreich und die ersten Hügel taten sich auf. Es dauerte nicht mehr lang und wir befanden uns in einer wunderschönen, bergigen Region die für ihre Wanderungen bekannt mit einem ganz besonderem Schmankerl ist: Auf einer jeden Wanderroute laden urgemütliche Hütten zu einer Rast ein die ihr eigenes Bier brauen und ausschenken! Da fingen unsere Haxn natürlich ganz schnell von alleine an zu laufen und wir fanden uns mit einem Krügerl in der Hand neben klaren Gebirgsflüssen, eingekesselt von Felstürmchen oder mit einem wunderbaren Blick über Seen und Gipfel wieder. Zur Abwechslung mal  ganz entspanntes und angenehmes Bergsteigen.
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In Bariloche, DAS Kitzbühel von Argentinien, gönnten wir uns köstlichste Steaks, genossen es bei Windstille in der Sonne zu sitzen und bestaunten die glitzernde Welt der Siete Lagos, malerische, von dichtem Wald eingefasste Seen, die in einer beeindruckenden Rundtour besichtigt werden konnten.
Wir näherten uns wieder der chilenischen Grenze, doch wurden wir diesmal nicht nur von einem Gemüsekontrollechile02879ur begrüßt, sondern von einem Sondereinsatzkommando der Drogenpolizei, die in unseren Unterhosen wühlten, den Hund an unserer Kleidung schnüffeln ließen und uns grundlos behandelten wie Schwerverbrecher. Kein nettes Wiedersehen, aber beim Anblick des perfekt geformten, immer rauchenden Vulkans Villarica war  auch diese Aktion schnell verziehen. Wir besichtigten grandiose Wasserfälle, vor allem bei Extremkajakern berühmt berüchtigte Puma-Wasserfall hat es uns sehr angetan. Dort entdeckten wir auch Chile's besondere rot-leuchtende Nationalblume Copihue.
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Ein ganz besonderes Highlight wartete am letzten Reisetag auf uns und versüßte uns das Abschiednehmen mit einem chile02925einzigartigen Verwöhnprogramm. Denn wir besuchten eine dunkle, enge Schlucht, die an einem Wasserfall endet und durch die ein wilder Gebirgsbach seinen Weg sucht. Aber nicht nur der kalte Bach fließt durch den Canyon, sondern auch heiße Quellen sprudeln in der von üppig grünem Regenwald gesäumten Schlucht und ein geniales Köpfchen ließ dort viele kleine Becken mit Naturschiefern verkleiden und ein Thermalbad der Extraklasse entstehen. Es war ein Genuss in diesen herrlichen, heißen Pools zu entspannen, umringt von Riesenfarnen, kalten Wasserfällen und schwarzen Felswänden und wir heben unsere Gläser auf den Architekten, der diese Termas Geometricas so harmonisch an die Natur angepasst hat.
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Der Abschied von unserem verlässlichen und treuen Freund Rodolfo tat weh und war schwer, allerdings wartet er gut aufgehoben auf einer Reiterfarm auf die nächsten Glücklichen die Chile bereisen werden. Und wir konnten somit guten Gewissens nach Santiago und letztendlich ins Heimatland Bayern aufbrechen. Da ist es doch eigentlich auch ganz schön. Pfiad euch!
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Donnerstag, 6. März 2014

Patagonien, wir lieben dich!

Servus Dahoam,
wir melden uns wieder aus der argentinischen Pampa mit vielen eindrucksvollen Erlebnissen im Gepäck.
Ab Puerto Montt begann die abenteuerliche und traumhafte Carretera Austral, die nicht umsonst zu den schönsten Straßen der Welt zählt. Um diese zu erreichen, muss man allerdings erst mit 3 Fähren die schöne Fjordlandschaft durchqueren und wir wurden sofort von dem patagonischen Wetter mit viel, viel Regen und heftigem Wind begrüßt. Wir unternahmen aufregende Wanderungen im Hornopiren und Pumalin Nationalpark, vorbei an rauschenden Wasserfällen und durch tiefgrüne Farnlandschaften auf äußerst ursprünglichen Wanderwegen – und Pfaden. In die Straße hängen von beiden Seiten die regenschirmgroßen Blätter der Nalcas (Riesen -Rhabarber) und der sattgrünen Farne, überall dampft der Dschungel und die Wolken hängen tief, doch plötzlich entdeckten wir hier eine grüne Lagune und dort einen Vulkankegel, eine sehr spannende Strecke. Leider konnte man sich als Fahrer auf nichts anderes außer der “Straße” konzentrieren, denn die Schlaglöcher sind so groß, dass der ganze Rodolfo darin Platz hätte und der wellenartige Schotter lässt das Auto schnell schlittern und schlingern.
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Bis zu Juli’s Geburtstag hielt uns der viele Regen fest in seinen Händen, doch als das schönste Geschenk überhaupt bekamen wir an diesem Tag Sonnenschein und traumhaftes Wetter, welches den ganzen Februar über hielt und so konnten wir mit trockenen Füßen weiter in die patagonische Wildnis dringen. Wir kamen in die Nähe des reißenden und weltbekannten Flusses Futaleufu, ein Mekka für alle Kajak – und Raftingfans und selbstverständlich ließen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen. Mit vier Russen und einem alten Haudegen als Guide stürzten wir uns in die schäumenden Fluten und erklommen brutale Stromschnellen, einige heftige, sogenannte “Waschmaschinen” und wurden von dieser extremen Gewalt ordentlich durchgeschüttelt. Es ging alles gut und war eine Riesengaudi bis unser Guide uns wohl ein wenig überschätzte und uns in Gewässer führte, mit Stellen der Stärke V im Wildwasser, mehr geht nicht! Trotz höchster Motivation kenterten wir in der schlimmsten Passage auf diesem Fluss, wie wir danach aussahen, könnt ihr euch vielleicht vorstellen … Ein Erlebnis was man definitiv nicht vergisst! Danach ließen wir es dann erstmal eher ruhiger angehen :-)
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Die Carretera Austral führte uns durch atemberaubende Berge – und Seenlandschaften gnadenlos weiter Richtung Süden. Wir kamen an ächzenden Hängegletscher vorbei, die ihre blauen Massen direkt in türkisfarbene Lagunen drängen, wie z.B. am Ventisquero Colgante, an tiefschwarzen und bedrohlich wirkenden Vulkanen vorbei und doch auch immer wieder durch friedliche und grüne Almen und Wiesen, auf denen die Schafe und Kühe gemütlich grasen und die Cowboys fürs nächste Rodeo üben.
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Nach dem wir dann plötzlich in eine sandige und staubige  Mondlandschaft gerieten, kam der grandiose Cerro Castillo in den Blick, ein Berg mit schwarzen Felsspitzen, die ein gigantisches Schloss hoch oben in den Wolken bilden. Wir konnten die blicke kaum abwenden und beschlossen daher, uns nach all den vielen Eindrücken ein Weilchen hier niederzulassen und da man sich an diesem Fleckchen Erde sehr einsame und verlassen fühlt, war es nicht schwer ein Traumplatzerl ganz für uns alleine zu finden. Nicht ganz, denn ab und zu ritten ein paar Cowboys durch den unberührten Gletscherfluss an dem wir campierten und wir fragten uns manchmal wo sich die Filmsets für den guten, alten Westernfilm verstecken.
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Bald darauf erreichten wir den zweitgrößten See Südamerikas, den Lago General Carrera und auf der argentinischen Seite der Lago Buenos Aires (man konnte sich wohl nicht auf einen Namen einigen) und diesem unglaublich schönen türkisfarbenen See umrahmt von spitzen Bergen und blauen Gletschern und mit all seinen Inseln und weißen Stränden blieben wir eine ganze Weile treu. Ein unfassbar schöner Abstecher war z.B. die Wanderung zum Lago Leones, ständig die schneebedeckten Kuppen des höchsten Berges Patagoniens im Blick bis direkt an die Gletscherzunge des riesigen Campo de Hielo Norte. Wir wurden zwar fast umgeweht von den extremen Windböen aber das Knacken und Knarren vom Gletscher und der atemberaubende Blick ließen uns einfach nicht los.
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Ein weiterer sehr lohnender Abstecher war die Fahrt zu dem einzigartigen Dörfchen Caleta Tortel mit seinem A.d.W.-Charakter. Der gesamte Ort ist auf Stelzen errichtet und man bewegt sich nur auf Stegen und Treppen vorwärts, ein kleines Venedig aber durch die Abgelegenheit noch absolut ursprünglich. Ab hier geht es nicht mehr weiter, Gletscher und Meer verhindern die Weiterreise per Auto auf der chilenischen Seite der Anden, somit ging es für uns zurück zu dem schönen, großen See. Auf dem Weg lag noch der Tamango NP und wir waren mit großem Glück gesegnet, denn wir sahen eines der vom Aussterben bedrohten Andenhirschen, sogenannte Huemuls! Wir kamen sogar recht nahe ran und das innige Huemul hat das wenig beim Speisen gestört, im Nahhinein hörten wir, dass dies eine ganz besondere Begegnung war.
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So langsam wurde es spannend, denn wir näherten uns dem Grenzübergang in Chile Chico und wussten nicht recht, wie die Grenzpolizisten reagieren, da wir leider noch keinen Padron, also auf deutsch den Fahrzeugbrief für unseren Rodolfo besitzen, da dieser in Santiago auf uns wartet und waren dementsprechend nervös. Aber diese Gedanken wurden sehr schnell verdrängt bei der unfassbaren Strecke an der südlichen Seite entlang des Sees. Hinter jeder Kurve erschien ein neues Postkartenmotiv und eine solch atemberaubende Szenerie, sodass es fast unmöglich war nicht alle 100 Meter stehen zu bleiben und sich zu zwicken, da man den Augen nicht mehr trauen konnte. Noch dazu hatten wir diese Naturschönheiten völlig für uns alleine. Es ist absolut unvorstellbar, dass ein derartiger See nicht komplett zugebaut ist wie der Gardasee, so weit das Auge reicht keine menschlichen Erzeugnisse, nur die Schotterpiste auf der wir uns bewegen und trotz Steilhänge keine Seitenplanken hat, wir lieben Patagonien !!!
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In dem Nest Chile Chico angelangt zögerten wir den Grenzübergang noch ein wenig hinaus und statteten dem Jeinimeini NP einen Besuch ab. Die Landschaft hat sich schon wieder völlig verändert und ähnelte nun eher einer Wüste mit typischen Marlboro-Felsen die wie Nadeln aus dem sandigen Boden ragen. Wir unternahmen eine schöne Wanderung durch eine karge, aber sehr interessante Natur, sahen alte Höhlenmalereien der Indianer und riesige Kondore flogen über unseren Köpfen hinweg. Im Valle de la Luna stahlen sich die roten Felsnadeln gegenseitig die Show und die heiße Sonne brannte auf uns herab. Es gab in dieser unwirklichen Gegend auch richtige Oasen und letztendlich trafen wir auf einen spiegelglatten See der die ganze Bergszenerie 1:1 wiedergab. Völlig beeindruckt aber auch ein wenig verrückt über den raschen Wechsel der Flora begaben wir uns also zum Grenzübergang.
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All die Bedenken waren absolut umsonst, denn es klappte alles wunderbar und unsere Papiere waren ausreichend, Bienvenido Argentina! Sofort bei der nächsten Gelegenheit hielten wir bei einem Restaurant und ließen uns ein argentinisches Steak schmecken, es war himmlisch und hält dem Ruf definitiv stand! Zwar müssen wir hier neu umrechnen, das Geld auf dem Schwarzmarkt wechseln aber am meisten Unterschied besteht ganz klar durch die Landschaft, denn wir sind in der Pampa gelandet. Kilometerweites Nichts, Steppe mit rot – orangenem Sand und Gestein, die Strauße und Guanacos (wilde Lamas) bestaunen uns vom Straßenrand. Aber Achtung welch Segen, es gibt hier Asphalt und diese ruhige Art zu Fahren war uns schon ganz fremd ;)
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Es ging erstmals Hunderte Kilometer durch die absolute Pampa, vorbei an einsamen Estancias, wo man sich fragt wovon die Leutze hier leben. Bis wir irgendwann über eine Kuppe fuhren und plötzlich einen glitzernden See vor uns fanden, den man dort niemals erwartet hätte. Wir verbrachten traumhafte Stunden an dem wunderschönen Lago Cardiel, der auch Lago Würzinger heißen könnte, denn wir waren hier mal wieder völlig alleine. Nur der Wind macht einem hier einen Strich durch die Rechnung, denn dieser hat nichts was ihn aufhält und pfeift einem unermüdlich um die Ohren.
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So und nun zum Schluss kommt ein absolutes Schmankerl, denn wir kamen zum berühmten und gigantischen Mount Fitzroy! Der erste Blick aus weiter Ferne verschlägt einem schon den Atem, denn eine solch beeindruckende Felsformation gibt es sonst nirgends auf der Welt. Je nähert wir kamen umso größer wurde die Gänsehaut und die Vorfreude auf ausgedehnte Wanderungen. Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter, keine Wolke am Himmel und klare Sicht auf die Flanken, ein sehr sehr seltenes Phänomen. Zuerst näherten wir uns seinem Trabanten und nicht minder eindrucksvollen Cerro Torre mit seinen drei Schwertspitzen die in den Himmel ragen und schon den Huaba Buam zum Verzweifeln brachte. Wir erreichten eine einmalige Lagune in die sich der Glaciar Grande ergießt und biwakierten dort. Bei Sonnenaufgang machten wir uns auf den Weg um den beeindruckenden Moment zu erleben wenn sich die Felsen blutrot zeigen. Ein einmaliger und mystischer Augenblick! Langsam näherten wir uns dem Giganten Cerro Fitzroy mit seiner roten Massiv, eine unbeschreibliche Schönheit der Natur. Auch hier wanderten wir bis zu seiner Lagune, diesmal bei Sonnenuntergang und waren absolut sprachlos von der Ausstrahlung dieses Berges.
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All die blauen Gletscher leuchten uns entgegen und doch sehen wir nur einen Bruchteil des ewigen Eises des Campo de Hielo Sur (zur besseren Veranschaulichung, die Fläche des patagonischen Gletschermeeres beträgt 18000 Quadratkilometer, ganz Europa incl.. Island und Norwegen können nur mit mickrigen 3000km² dagegen halten). Wir saugen die Ruhe und unberührte Natur in uns auf, sind alltäglich aufs Neue begeistert und dürfen uns auf viele weitere Highlights freuen. Adios Amigos und Hasta Luego!
Nachtrag: Am Tag an dem wir den Ort El Chalten (Fitzroy und Torre) verlassen haben, radelte ein uns bekanntes Gesicht entgegen. Welch Wunder aber auch, dass man einen der Huaba Buam hier trifft ;)
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Samstag, 1. Februar 2014

El Viaje de Chile

Hola und Servus ihr Lieben!
Juli und Michi sind back on the road.
Auf dieser dreimonatigen Reise erkundigen wir ein für uns völlig unbekanntes Fleckchen Erde: Südamerika!
Natürlich haben wir schon viel gehört und gelesen, es war schon lange unser Ziel und jetzt endlich können wir uns mit den eigenen Augen ein Bild von diesen interessanten Ländern machen. Wir beginnen mit Chile, einem 5000 Kilometer langen Land mit so gut wie allen Naturphänomenen, die man sich nur vorstellen kann: Wüste mit Bergen an die 7000er im Norden, Vulkane, Seen und wilde Flüsse in der Mitte und das wilde Patagonien mit Gletschern und Fjorden im Süden, immer begleitet vom tosenden Meer.
In der Hauptstadt Santiago de Chile waren wir erstmals überwältigt von der brutalen Hitze, gerade erst nach Hüttn und Snowboardgaudi in Osttirol und plötzlich über 30° Grad im Schatten, das ist schon ein gewaltiger Unterschied. Und bei der Autosuche sind wir sogleich auf die nächste Hürde gestoßen, die spanische Sprache. Obwohl wir die Grundkenntnisse gelernt hatten, verstanden wir kein einziges Wort, was die Kaufangelegenheit um Einiges erschwerte. Denn hier gibt es, gegen unsere Erwartungen sehr viel Bürokratie, sodass wir uns, nachdem wir uns für einen guten Allrad-Jeep Ford Explorer entschieden hatten, im Notariat und diversen Ämtern wiederfanden.Dass wir trotz Hand – und Fuß Verständigung letztendlich doch mit gültigen Papieren, Steuernummer und eigenem Auto da standen, hat uns ziemlich gefreut. Nachdem wir dann auch noch mit Hilfe von Baumärkten und Baustoffhandeln unser Bett bauten und den Jeep somit zu einem fahrenden Untersitz machten, hielt uns nichts mehr in Santiago und ab ging es in die Wildnis. Zum großen Danke fühlen wir uns der Familie Olivares verpflichtet, die uns mit unterhaltsamen Abenden, guten Tipps und vor allem mit der Benutzung ihrer Werkstatt um einiges weitergeholfen hatten.
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Die Wildnis und Abgeschiedenheit war nicht schwer zu finden, recht bald südlich von Santiago erreichten wir den Los Cipreses NP wo wir uns ein wenig mit unserem neuen Weggefährten, sein Name ist übrigens Rodolfo bekannt machen konnten. Auch nicht so einfach für einen fast 2m großen Michi, der mit einem 1,60m langen Bett auskommen muss. Wir wurden dort mit schönen Flusslandschaften und atemberaubenden Sternennächten begrüßt, aber die Spuren der Menschen ließen uns noch weiter in die Bergregion ziehen. Wir folgten dem Rio BioBio,  früher einer heiß umkämpften Region zwischen Spaniern und Indianern, wo die Indianer nach langer Zeit des Widerstandes dann doch den Vorzügen des Alkohols nachgaben und die Weißen somit die Natur mit Staudämmen mit Staudämmen verschandeln konnten. Trotzdem eine wunderschöne Gegend die zum Einleben einlud und die wieder getankte Energie konnten wir auch gut brauchen, denn die weitere Streckenführung war mehr als schwierig. Unter höchsten Anstrengungen durch Bäche, über brutale Steigungen mit Stock und Stein und tiefe Sandpassagen erreichten wir eine traumhafte Lagune umrahmt von Vulkanen und den hier ansässigen Araukarien Bäumen, eine sehr stachelige Angelegenheit. Die Ausblicke erinnerten an eine Filmkulisse und ließen die schwierige Anfahrt zur Nichtigkeit werden. Allerdings waren wir hier nicht allein, die allgemeine Ferienzeit über 3 Monate lässt auch den jungen chilenischen Studenten die Zeit, mit Zelt und via Mitfahrgelegenheit die Schönheiten ihres Landes auszukundschaften. Und so fanden wir uns kurze Zeit später Mate Tee trinkend in den feiernden Gruppen wieder, wo wir mal wieder nur einen Bruchteil der Unterhaltung folgen konnten. Die Suche nach Ruhe und Abgeschiedenheit ließ uns also bald weiterziehen immer dem BioBio aufwärts, obwohl eine alte Dame im hiesigen Tante-Emma-Laden uns warnte , “El camino es supermal" also sozusagen brutal schlecht. Wir folgten dem Tipp der Dame und fragten weiter flussaufwärts die ansässigen Carabinieros. Als die meinten “Passt schon und alles bueno” ging es weiter und die Schotterpiste wurde immer schlimmer. Plötzlich standen wir am Rande des großen Flusses BioBio und sahen auf der anderen Flußseite die weiterführende Piste. Also Augen zu und durch, der Rodolfo ist echt der Knaller. Bis zu Hälfte war das Auto im Fluss verschwunden, aber zum Glück: “ Sin Problemo”. Doch danach ging es erste richtig los, querfeldein über Weidegrund von Kühen und Ziegen, durch Flüße und Bäche, sandige und vermatschte Stellen und vor allem die steiler Passagen mit extrem spitzen Steinen machten uns Sorgen. Schweißgebadet landeten wir plötzlich vor einem verschlossenen Tor: Vielen Dank auch Carabinieros! Nach obligatorischem Wegezoll ging es dann doch weiter, die Strecke führte nochmal über einen schier unüberwindbaren Pass, wo dem Rodolfo auch richtig heiß wurde, dann war es geschafft! Das Abenteuer ließ nicht lange auf sich warten!
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Doch die Ruhe ließ weiter auf sich warten, denn auf dem provisorischem Campingplatz, den wir fanden, waren wir die absolute Attraktion und wurden dementsprechend zu Bier und selbstgemachten Empanadas ( mit Fleisch gefüllte Teigtaschen), nicht zu vergessen dem Mate-Tee bis tief in die Nacht eingeladen und versorgt. Anschließend ging es dann in den Tolhuaca NP, wo wir ein geniales Traumplatzerl direkt am Fluss fanden und dort erstmal unser Lager für die nächsten Nächte aufbauten. Es folgten wunderbar entspannte Stunden am Lagerfeuer und beim Baden und auch eine tolle und anspruchsvolle Wanderung mit krassen Ausblicken auf Vulkane und die nach heftigen Waldbränden wieder grüne Landschaft. Sehr beeindruckend!
Das Klima in den Bergen war nun um einiges angenehmer und als wir in die große Seenregion um Osorno und Puerto Montt kamen, erwischte uns sogar der Regen und die Nächte wurden bitterkalt. So extrem unterschiedlich ist es also hier, gut dass wir uns unsere Winterjacken mitnahmen, obwohl wir uns in Santiago ziemlich affig damit vorkamen. Je weiter südlich wir kommen wird die Vegetation auch dschungelhafter und wunderschöner Farn und Bambusgewächse wachsen an steilen Hängen. Überall sieht man Wasserfälle und Sprühnebel sehr mythisch und fantastisch.
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Es schreit hier nur so nach Abenteuer und wir sind bereit und gespannt, was uns noch so alles erwartet.