Donnerstag, 3. April 2014

Die Torres und die Pampa


Buenas!
Noch immer beeindruckt von dem fantastischen Mount FitzRoy Massiv trafen wir in dem Örtchen El Chalten auf eine richtige Persönlichkeit, Einer von den bekannten Huaba Buam radelte plötzlich an uns vorbei. Wir ließen es uns natürlich nicht nehmen ihn anzusprechen und erfuhren so, dass die nächste Klettertour auf einen von den scheinbar unüberwindbaren Zinnen geplant ist. Absolut verrückt diese Buam!

Auch wir stürzten uns gleich wieder in das nächste Abenteuer und machten uns auf den Weg an den für uns südlichsten Punkt der Erde den wir je erreichen werden, Puerto Natales mit seinem berühmten Torres del Paine Nationalpark. DAS Postkartenmotiv und Reiseführerdeckblatt Chiles schlechthin. Doch zuerst statteten wir noch einen der wenigen noch immer wachsenden und ständig in Bewegung stehenden Gletscher einen Besuch ab, dem Perito Moreno Gletscher. Eine gewaltige, blaue und mehrere kilometerlange Eiswand schiebt sich durch ein enges Tal in seinen Gletschersee und hier konnten wir die Bewegungen richtig miterleben, den ständig knackte und knarrte das Eis und riesige Eisbrocken fielen mit lautem Getöse ins Wasser.
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Nach einer Gemüsekontrolle an der chilenischen Grenze und somit ohne Zwiebeln und Knoblauch erreichten wir also die "Camino Fin del Mundo", der Name sagt eigentlich alles aus. In Puerto Natales deckten wir uns mit genügend schnellkochenden Mahlzeiten ein und bereiteten uns auf eine anspruchsvolle 5-tägige Bergtour um das grandiose Torres del Paine Massiv vor. Laut Wetterbericht mussten wir uns auf Windgeschwindigkeiten von 80km/h sowie Temperaturen um den Frostbereich gefasst machen und tatsächlich fielen die ein oder anderen Schneeflocken während unserer Fahrt zum Ausgangspunkt der Tour. Mit dem entsprechenden Respekt und Gepäck ging es los und schon auf der Fährfahrt über den türkisblauen See zu Füßen der Grande Paine wurden wir mit spektakulären Ausblicken begrüßt.
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Die Nächte in unserem klapprigen Zelt waren ungemütlich und eiskalt, es regnete und windete ordentlich und die Wanderwege waren schwer zu passieren, aber wir hielten uns wacker und wurden dafür auch immer wieder von der wunderschönen Natur belohnt und konnten auch Überraschungen wie Sterne Schauen in einen HotPot mitnehmen. Zum Höhepunkt dieser anstrengenden Bergtour aber hatten wir Glück und konnten die über 1000 Meter hohen Felsflanken der Torres im Sonnenlicht bestaunen, ein überwältigender Anblick der alle Mühen vergessen lässt.
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Dies war nun also der südlichste Punkt auf unserer Reise und so langsam hatten wir auch ehrlich gesagt genug von  dem ständigen, starken Wind und dem rauen Klima, also ging es ab sofort nordwärts und über 2000 Kilometer argentinischer Pampa lagen vor uns. Die Straßen sind zum Glück deutlich besser ausgebaut wie auf chilenischer Seite und so rasten wir begleitet von Guanacos und sprintenden Strauße durch ein spiegelglattes Niemandsland, welches sich nur ab und zu durch schwarzes, rotes oder gelbes Gestein abwechselt.
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Doch auf einmal floss in den ausgetrockneten Flussbetten wieder Wasser und sofort wurde die Landschaft grün, freundlich und abwechslungsreich und die ersten Hügel taten sich auf. Es dauerte nicht mehr lang und wir befanden uns in einer wunderschönen, bergigen Region die für ihre Wanderungen bekannt mit einem ganz besonderem Schmankerl ist: Auf einer jeden Wanderroute laden urgemütliche Hütten zu einer Rast ein die ihr eigenes Bier brauen und ausschenken! Da fingen unsere Haxn natürlich ganz schnell von alleine an zu laufen und wir fanden uns mit einem Krügerl in der Hand neben klaren Gebirgsflüssen, eingekesselt von Felstürmchen oder mit einem wunderbaren Blick über Seen und Gipfel wieder. Zur Abwechslung mal  ganz entspanntes und angenehmes Bergsteigen.
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In Bariloche, DAS Kitzbühel von Argentinien, gönnten wir uns köstlichste Steaks, genossen es bei Windstille in der Sonne zu sitzen und bestaunten die glitzernde Welt der Siete Lagos, malerische, von dichtem Wald eingefasste Seen, die in einer beeindruckenden Rundtour besichtigt werden konnten.
Wir näherten uns wieder der chilenischen Grenze, doch wurden wir diesmal nicht nur von einem Gemüsekontrollechile02879ur begrüßt, sondern von einem Sondereinsatzkommando der Drogenpolizei, die in unseren Unterhosen wühlten, den Hund an unserer Kleidung schnüffeln ließen und uns grundlos behandelten wie Schwerverbrecher. Kein nettes Wiedersehen, aber beim Anblick des perfekt geformten, immer rauchenden Vulkans Villarica war  auch diese Aktion schnell verziehen. Wir besichtigten grandiose Wasserfälle, vor allem bei Extremkajakern berühmt berüchtigte Puma-Wasserfall hat es uns sehr angetan. Dort entdeckten wir auch Chile's besondere rot-leuchtende Nationalblume Copihue.
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Ein ganz besonderes Highlight wartete am letzten Reisetag auf uns und versüßte uns das Abschiednehmen mit einem chile02925einzigartigen Verwöhnprogramm. Denn wir besuchten eine dunkle, enge Schlucht, die an einem Wasserfall endet und durch die ein wilder Gebirgsbach seinen Weg sucht. Aber nicht nur der kalte Bach fließt durch den Canyon, sondern auch heiße Quellen sprudeln in der von üppig grünem Regenwald gesäumten Schlucht und ein geniales Köpfchen ließ dort viele kleine Becken mit Naturschiefern verkleiden und ein Thermalbad der Extraklasse entstehen. Es war ein Genuss in diesen herrlichen, heißen Pools zu entspannen, umringt von Riesenfarnen, kalten Wasserfällen und schwarzen Felswänden und wir heben unsere Gläser auf den Architekten, der diese Termas Geometricas so harmonisch an die Natur angepasst hat.
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Der Abschied von unserem verlässlichen und treuen Freund Rodolfo tat weh und war schwer, allerdings wartet er gut aufgehoben auf einer Reiterfarm auf die nächsten Glücklichen die Chile bereisen werden. Und wir konnten somit guten Gewissens nach Santiago und letztendlich ins Heimatland Bayern aufbrechen. Da ist es doch eigentlich auch ganz schön. Pfiad euch!
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