Donnerstag, 6. März 2014

Patagonien, wir lieben dich!

Servus Dahoam,
wir melden uns wieder aus der argentinischen Pampa mit vielen eindrucksvollen Erlebnissen im Gepäck.
Ab Puerto Montt begann die abenteuerliche und traumhafte Carretera Austral, die nicht umsonst zu den schönsten Straßen der Welt zählt. Um diese zu erreichen, muss man allerdings erst mit 3 Fähren die schöne Fjordlandschaft durchqueren und wir wurden sofort von dem patagonischen Wetter mit viel, viel Regen und heftigem Wind begrüßt. Wir unternahmen aufregende Wanderungen im Hornopiren und Pumalin Nationalpark, vorbei an rauschenden Wasserfällen und durch tiefgrüne Farnlandschaften auf äußerst ursprünglichen Wanderwegen – und Pfaden. In die Straße hängen von beiden Seiten die regenschirmgroßen Blätter der Nalcas (Riesen -Rhabarber) und der sattgrünen Farne, überall dampft der Dschungel und die Wolken hängen tief, doch plötzlich entdeckten wir hier eine grüne Lagune und dort einen Vulkankegel, eine sehr spannende Strecke. Leider konnte man sich als Fahrer auf nichts anderes außer der “Straße” konzentrieren, denn die Schlaglöcher sind so groß, dass der ganze Rodolfo darin Platz hätte und der wellenartige Schotter lässt das Auto schnell schlittern und schlingern.
chile00650chile00859
Bis zu Juli’s Geburtstag hielt uns der viele Regen fest in seinen Händen, doch als das schönste Geschenk überhaupt bekamen wir an diesem Tag Sonnenschein und traumhaftes Wetter, welches den ganzen Februar über hielt und so konnten wir mit trockenen Füßen weiter in die patagonische Wildnis dringen. Wir kamen in die Nähe des reißenden und weltbekannten Flusses Futaleufu, ein Mekka für alle Kajak – und Raftingfans und selbstverständlich ließen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen. Mit vier Russen und einem alten Haudegen als Guide stürzten wir uns in die schäumenden Fluten und erklommen brutale Stromschnellen, einige heftige, sogenannte “Waschmaschinen” und wurden von dieser extremen Gewalt ordentlich durchgeschüttelt. Es ging alles gut und war eine Riesengaudi bis unser Guide uns wohl ein wenig überschätzte und uns in Gewässer führte, mit Stellen der Stärke V im Wildwasser, mehr geht nicht! Trotz höchster Motivation kenterten wir in der schlimmsten Passage auf diesem Fluss, wie wir danach aussahen, könnt ihr euch vielleicht vorstellen … Ein Erlebnis was man definitiv nicht vergisst! Danach ließen wir es dann erstmal eher ruhiger angehen :-)
chile01008 chile01099
Die Carretera Austral führte uns durch atemberaubende Berge – und Seenlandschaften gnadenlos weiter Richtung Süden. Wir kamen an ächzenden Hängegletscher vorbei, die ihre blauen Massen direkt in türkisfarbene Lagunen drängen, wie z.B. am Ventisquero Colgante, an tiefschwarzen und bedrohlich wirkenden Vulkanen vorbei und doch auch immer wieder durch friedliche und grüne Almen und Wiesen, auf denen die Schafe und Kühe gemütlich grasen und die Cowboys fürs nächste Rodeo üben.
chile01158
Nach dem wir dann plötzlich in eine sandige und staubige  Mondlandschaft gerieten, kam der grandiose Cerro Castillo in den Blick, ein Berg mit schwarzen Felsspitzen, die ein gigantisches Schloss hoch oben in den Wolken bilden. Wir konnten die blicke kaum abwenden und beschlossen daher, uns nach all den vielen Eindrücken ein Weilchen hier niederzulassen und da man sich an diesem Fleckchen Erde sehr einsame und verlassen fühlt, war es nicht schwer ein Traumplatzerl ganz für uns alleine zu finden. Nicht ganz, denn ab und zu ritten ein paar Cowboys durch den unberührten Gletscherfluss an dem wir campierten und wir fragten uns manchmal wo sich die Filmsets für den guten, alten Westernfilm verstecken.
chile01364 chile01399
Bald darauf erreichten wir den zweitgrößten See Südamerikas, den Lago General Carrera und auf der argentinischen Seite der Lago Buenos Aires (man konnte sich wohl nicht auf einen Namen einigen) und diesem unglaublich schönen türkisfarbenen See umrahmt von spitzen Bergen und blauen Gletschern und mit all seinen Inseln und weißen Stränden blieben wir eine ganze Weile treu. Ein unfassbar schöner Abstecher war z.B. die Wanderung zum Lago Leones, ständig die schneebedeckten Kuppen des höchsten Berges Patagoniens im Blick bis direkt an die Gletscherzunge des riesigen Campo de Hielo Norte. Wir wurden zwar fast umgeweht von den extremen Windböen aber das Knacken und Knarren vom Gletscher und der atemberaubende Blick ließen uns einfach nicht los.
chile01536
Ein weiterer sehr lohnender Abstecher war die Fahrt zu dem einzigartigen Dörfchen Caleta Tortel mit seinem A.d.W.-Charakter. Der gesamte Ort ist auf Stelzen errichtet und man bewegt sich nur auf Stegen und Treppen vorwärts, ein kleines Venedig aber durch die Abgelegenheit noch absolut ursprünglich. Ab hier geht es nicht mehr weiter, Gletscher und Meer verhindern die Weiterreise per Auto auf der chilenischen Seite der Anden, somit ging es für uns zurück zu dem schönen, großen See. Auf dem Weg lag noch der Tamango NP und wir waren mit großem Glück gesegnet, denn wir sahen eines der vom Aussterben bedrohten Andenhirschen, sogenannte Huemuls! Wir kamen sogar recht nahe ran und das innige Huemul hat das wenig beim Speisen gestört, im Nahhinein hörten wir, dass dies eine ganz besondere Begegnung war.
chile01722
So langsam wurde es spannend, denn wir näherten uns dem Grenzübergang in Chile Chico und wussten nicht recht, wie die Grenzpolizisten reagieren, da wir leider noch keinen Padron, also auf deutsch den Fahrzeugbrief für unseren Rodolfo besitzen, da dieser in Santiago auf uns wartet und waren dementsprechend nervös. Aber diese Gedanken wurden sehr schnell verdrängt bei der unfassbaren Strecke an der südlichen Seite entlang des Sees. Hinter jeder Kurve erschien ein neues Postkartenmotiv und eine solch atemberaubende Szenerie, sodass es fast unmöglich war nicht alle 100 Meter stehen zu bleiben und sich zu zwicken, da man den Augen nicht mehr trauen konnte. Noch dazu hatten wir diese Naturschönheiten völlig für uns alleine. Es ist absolut unvorstellbar, dass ein derartiger See nicht komplett zugebaut ist wie der Gardasee, so weit das Auge reicht keine menschlichen Erzeugnisse, nur die Schotterpiste auf der wir uns bewegen und trotz Steilhänge keine Seitenplanken hat, wir lieben Patagonien !!!
chile01747 chile01817
In dem Nest Chile Chico angelangt zögerten wir den Grenzübergang noch ein wenig hinaus und statteten dem Jeinimeini NP einen Besuch ab. Die Landschaft hat sich schon wieder völlig verändert und ähnelte nun eher einer Wüste mit typischen Marlboro-Felsen die wie Nadeln aus dem sandigen Boden ragen. Wir unternahmen eine schöne Wanderung durch eine karge, aber sehr interessante Natur, sahen alte Höhlenmalereien der Indianer und riesige Kondore flogen über unseren Köpfen hinweg. Im Valle de la Luna stahlen sich die roten Felsnadeln gegenseitig die Show und die heiße Sonne brannte auf uns herab. Es gab in dieser unwirklichen Gegend auch richtige Oasen und letztendlich trafen wir auf einen spiegelglatten See der die ganze Bergszenerie 1:1 wiedergab. Völlig beeindruckt aber auch ein wenig verrückt über den raschen Wechsel der Flora begaben wir uns also zum Grenzübergang.
chile01906 chile01966
All die Bedenken waren absolut umsonst, denn es klappte alles wunderbar und unsere Papiere waren ausreichend, Bienvenido Argentina! Sofort bei der nächsten Gelegenheit hielten wir bei einem Restaurant und ließen uns ein argentinisches Steak schmecken, es war himmlisch und hält dem Ruf definitiv stand! Zwar müssen wir hier neu umrechnen, das Geld auf dem Schwarzmarkt wechseln aber am meisten Unterschied besteht ganz klar durch die Landschaft, denn wir sind in der Pampa gelandet. Kilometerweites Nichts, Steppe mit rot – orangenem Sand und Gestein, die Strauße und Guanacos (wilde Lamas) bestaunen uns vom Straßenrand. Aber Achtung welch Segen, es gibt hier Asphalt und diese ruhige Art zu Fahren war uns schon ganz fremd ;)
chile01999
Es ging erstmals Hunderte Kilometer durch die absolute Pampa, vorbei an einsamen Estancias, wo man sich fragt wovon die Leutze hier leben. Bis wir irgendwann über eine Kuppe fuhren und plötzlich einen glitzernden See vor uns fanden, den man dort niemals erwartet hätte. Wir verbrachten traumhafte Stunden an dem wunderschönen Lago Cardiel, der auch Lago Würzinger heißen könnte, denn wir waren hier mal wieder völlig alleine. Nur der Wind macht einem hier einen Strich durch die Rechnung, denn dieser hat nichts was ihn aufhält und pfeift einem unermüdlich um die Ohren.
chile02034 chile02045
So und nun zum Schluss kommt ein absolutes Schmankerl, denn wir kamen zum berühmten und gigantischen Mount Fitzroy! Der erste Blick aus weiter Ferne verschlägt einem schon den Atem, denn eine solch beeindruckende Felsformation gibt es sonst nirgends auf der Welt. Je nähert wir kamen umso größer wurde die Gänsehaut und die Vorfreude auf ausgedehnte Wanderungen. Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter, keine Wolke am Himmel und klare Sicht auf die Flanken, ein sehr sehr seltenes Phänomen. Zuerst näherten wir uns seinem Trabanten und nicht minder eindrucksvollen Cerro Torre mit seinen drei Schwertspitzen die in den Himmel ragen und schon den Huaba Buam zum Verzweifeln brachte. Wir erreichten eine einmalige Lagune in die sich der Glaciar Grande ergießt und biwakierten dort. Bei Sonnenaufgang machten wir uns auf den Weg um den beeindruckenden Moment zu erleben wenn sich die Felsen blutrot zeigen. Ein einmaliger und mystischer Augenblick! Langsam näherten wir uns dem Giganten Cerro Fitzroy mit seiner roten Massiv, eine unbeschreibliche Schönheit der Natur. Auch hier wanderten wir bis zu seiner Lagune, diesmal bei Sonnenuntergang und waren absolut sprachlos von der Ausstrahlung dieses Berges.
chile02233 chile02270

chile02087
All die blauen Gletscher leuchten uns entgegen und doch sehen wir nur einen Bruchteil des ewigen Eises des Campo de Hielo Sur (zur besseren Veranschaulichung, die Fläche des patagonischen Gletschermeeres beträgt 18000 Quadratkilometer, ganz Europa incl.. Island und Norwegen können nur mit mickrigen 3000km² dagegen halten). Wir saugen die Ruhe und unberührte Natur in uns auf, sind alltäglich aufs Neue begeistert und dürfen uns auf viele weitere Highlights freuen. Adios Amigos und Hasta Luego!
Nachtrag: Am Tag an dem wir den Ort El Chalten (Fitzroy und Torre) verlassen haben, radelte ein uns bekanntes Gesicht entgegen. Welch Wunder aber auch, dass man einen der Huaba Buam hier trifft ;)
DSC09150

Samstag, 1. Februar 2014

El Viaje de Chile

Hola und Servus ihr Lieben!
Juli und Michi sind back on the road.
Auf dieser dreimonatigen Reise erkundigen wir ein für uns völlig unbekanntes Fleckchen Erde: Südamerika!
Natürlich haben wir schon viel gehört und gelesen, es war schon lange unser Ziel und jetzt endlich können wir uns mit den eigenen Augen ein Bild von diesen interessanten Ländern machen. Wir beginnen mit Chile, einem 5000 Kilometer langen Land mit so gut wie allen Naturphänomenen, die man sich nur vorstellen kann: Wüste mit Bergen an die 7000er im Norden, Vulkane, Seen und wilde Flüsse in der Mitte und das wilde Patagonien mit Gletschern und Fjorden im Süden, immer begleitet vom tosenden Meer.
In der Hauptstadt Santiago de Chile waren wir erstmals überwältigt von der brutalen Hitze, gerade erst nach Hüttn und Snowboardgaudi in Osttirol und plötzlich über 30° Grad im Schatten, das ist schon ein gewaltiger Unterschied. Und bei der Autosuche sind wir sogleich auf die nächste Hürde gestoßen, die spanische Sprache. Obwohl wir die Grundkenntnisse gelernt hatten, verstanden wir kein einziges Wort, was die Kaufangelegenheit um Einiges erschwerte. Denn hier gibt es, gegen unsere Erwartungen sehr viel Bürokratie, sodass wir uns, nachdem wir uns für einen guten Allrad-Jeep Ford Explorer entschieden hatten, im Notariat und diversen Ämtern wiederfanden.Dass wir trotz Hand – und Fuß Verständigung letztendlich doch mit gültigen Papieren, Steuernummer und eigenem Auto da standen, hat uns ziemlich gefreut. Nachdem wir dann auch noch mit Hilfe von Baumärkten und Baustoffhandeln unser Bett bauten und den Jeep somit zu einem fahrenden Untersitz machten, hielt uns nichts mehr in Santiago und ab ging es in die Wildnis. Zum großen Danke fühlen wir uns der Familie Olivares verpflichtet, die uns mit unterhaltsamen Abenden, guten Tipps und vor allem mit der Benutzung ihrer Werkstatt um einiges weitergeholfen hatten.
DSC08530 DSC_0035
Die Wildnis und Abgeschiedenheit war nicht schwer zu finden, recht bald südlich von Santiago erreichten wir den Los Cipreses NP wo wir uns ein wenig mit unserem neuen Weggefährten, sein Name ist übrigens Rodolfo bekannt machen konnten. Auch nicht so einfach für einen fast 2m großen Michi, der mit einem 1,60m langen Bett auskommen muss. Wir wurden dort mit schönen Flusslandschaften und atemberaubenden Sternennächten begrüßt, aber die Spuren der Menschen ließen uns noch weiter in die Bergregion ziehen. Wir folgten dem Rio BioBio,  früher einer heiß umkämpften Region zwischen Spaniern und Indianern, wo die Indianer nach langer Zeit des Widerstandes dann doch den Vorzügen des Alkohols nachgaben und die Weißen somit die Natur mit Staudämmen mit Staudämmen verschandeln konnten. Trotzdem eine wunderschöne Gegend die zum Einleben einlud und die wieder getankte Energie konnten wir auch gut brauchen, denn die weitere Streckenführung war mehr als schwierig. Unter höchsten Anstrengungen durch Bäche, über brutale Steigungen mit Stock und Stein und tiefe Sandpassagen erreichten wir eine traumhafte Lagune umrahmt von Vulkanen und den hier ansässigen Araukarien Bäumen, eine sehr stachelige Angelegenheit. Die Ausblicke erinnerten an eine Filmkulisse und ließen die schwierige Anfahrt zur Nichtigkeit werden. Allerdings waren wir hier nicht allein, die allgemeine Ferienzeit über 3 Monate lässt auch den jungen chilenischen Studenten die Zeit, mit Zelt und via Mitfahrgelegenheit die Schönheiten ihres Landes auszukundschaften. Und so fanden wir uns kurze Zeit später Mate Tee trinkend in den feiernden Gruppen wieder, wo wir mal wieder nur einen Bruchteil der Unterhaltung folgen konnten. Die Suche nach Ruhe und Abgeschiedenheit ließ uns also bald weiterziehen immer dem BioBio aufwärts, obwohl eine alte Dame im hiesigen Tante-Emma-Laden uns warnte , “El camino es supermal" also sozusagen brutal schlecht. Wir folgten dem Tipp der Dame und fragten weiter flussaufwärts die ansässigen Carabinieros. Als die meinten “Passt schon und alles bueno” ging es weiter und die Schotterpiste wurde immer schlimmer. Plötzlich standen wir am Rande des großen Flusses BioBio und sahen auf der anderen Flußseite die weiterführende Piste. Also Augen zu und durch, der Rodolfo ist echt der Knaller. Bis zu Hälfte war das Auto im Fluss verschwunden, aber zum Glück: “ Sin Problemo”. Doch danach ging es erste richtig los, querfeldein über Weidegrund von Kühen und Ziegen, durch Flüße und Bäche, sandige und vermatschte Stellen und vor allem die steiler Passagen mit extrem spitzen Steinen machten uns Sorgen. Schweißgebadet landeten wir plötzlich vor einem verschlossenen Tor: Vielen Dank auch Carabinieros! Nach obligatorischem Wegezoll ging es dann doch weiter, die Strecke führte nochmal über einen schier unüberwindbaren Pass, wo dem Rodolfo auch richtig heiß wurde, dann war es geschafft! Das Abenteuer ließ nicht lange auf sich warten!
DSC_0117 DSC08597
Doch die Ruhe ließ weiter auf sich warten, denn auf dem provisorischem Campingplatz, den wir fanden, waren wir die absolute Attraktion und wurden dementsprechend zu Bier und selbstgemachten Empanadas ( mit Fleisch gefüllte Teigtaschen), nicht zu vergessen dem Mate-Tee bis tief in die Nacht eingeladen und versorgt. Anschließend ging es dann in den Tolhuaca NP, wo wir ein geniales Traumplatzerl direkt am Fluss fanden und dort erstmal unser Lager für die nächsten Nächte aufbauten. Es folgten wunderbar entspannte Stunden am Lagerfeuer und beim Baden und auch eine tolle und anspruchsvolle Wanderung mit krassen Ausblicken auf Vulkane und die nach heftigen Waldbränden wieder grüne Landschaft. Sehr beeindruckend!
Das Klima in den Bergen war nun um einiges angenehmer und als wir in die große Seenregion um Osorno und Puerto Montt kamen, erwischte uns sogar der Regen und die Nächte wurden bitterkalt. So extrem unterschiedlich ist es also hier, gut dass wir uns unsere Winterjacken mitnahmen, obwohl wir uns in Santiago ziemlich affig damit vorkamen. Je weiter südlich wir kommen wird die Vegetation auch dschungelhafter und wunderschöner Farn und Bambusgewächse wachsen an steilen Hängen. Überall sieht man Wasserfälle und Sprühnebel sehr mythisch und fantastisch.
DSC_0432 DSC_0239
Es schreit hier nur so nach Abenteuer und wir sind bereit und gespannt, was uns noch so alles erwartet.

Montag, 22. Juni 2009

Pfiadi Waldi, Seruvs Australien!

Perth und Umgebung

Die Tage von unserem feinen Auto waren gezählt und wir wollten den Allradantrieb nochmal so richtig auskosten, deshalb erkundeten wir die atemberaubende Peron Penisula.
Wir wurden gleich von den ältesten “Lebewesen” auf dieser Welt begrüßt, von denen wir alle abstammen: Stromatoliten. Sie sind unglaubliche 3,5 MILLIARDEN Jahre alt, wir verdanken ihnen den Sauerstoff und unser Dasein und hier ist der einzige Platz auf der Erde, wo sie noch existieren!
Als nächstes kamen wir zum fasziniereden Shell Beach, dessen traumhafter, weißer Strand nur aus Muscheln bestand, ein reiner Muschelstrand !
Eine wunderschöne Küstenlandschaft zeichnet dieses tolle Fleckchen aus, wir sahen Delphine und sogar Haie im Meer tollen.















Der nördlichste Zipfel dieser Halbinsel beseht nur aus Sand und das war die reinste Gaudi auf den tiefsandigen Pisten zu fahren. An einer ziemlich üblen Stelle blieben wir dann sogar stecken, selbst der Waldi kennt seine Grenzen doch zum Glück waren Fischer in der Nähe die uns wieder rauszogen. Ansonsten schlitterten wir bravourös durch das tiefrote, sandige Gelände und erreichten dadurch herrliche, abgelegene Strände und konnten die lebhafte Unterwasserwelt beobachten














Nach diesem Abenteuer erwartete uns eine malerische und sehr einsame Küste mit schönen Sanddünen und Buchten, einem grünen und hügeligen Hinterland und den abstrakten Pinnacles.
Mal wieder ein beeindruckendes Naturphänomen welches aus Sand, Muscheln und Zeit eine Mondlandschaft mit tausenden Kalksteinformationen bildete. Wir kamen uns vor wie auf einem anderen Planteten, als wir durch dieses unwirkliche Gelände fuhren.




Von dort ging es dann in Richtung Perth, doch davor besichtigten wir noch den kleinen Yanchep National Park der mit seinen Eukalyptusbäumen ein Paradies für Koalas ist.
Wir konnten ihnen beim Speisen und Klettern zuschauen doch wie immer hielten die meisten ein tiefes Schläfchen.



Es vergingen keine 2 Tage und wir hatten unseren geliebten Waldi mit sattem Gewinn an ein sehr freundliches australisches Pärchen verkauft. Wir waren zwar anfangs völlig überfordert mit dem typischen Großstadtleben, doch Perth mit seinen grünen Parks und großen Seen und den bunten Vorstädten wie Fremantle gefiel uns sehr gut. Wir freuten uns sehr über den schnellen Verkauf denn so hatten wir noch 10 Tage die wunderschöne Margaret River Region südlich von Perth zu erkunden.
Da es dort unten mittlerweile empfindlich kalt geworden ist, entschieden wir uns für einen komfortablen und super ausgestatteten Campervan den wir uns für diese Zeit mieteten.
Das Meer ist gar nicht mehr so schön friedlich und vom Riff geschützt wie weiter nördlich und prallt mit voller Wucht auf die zerklüftete Küste. Die massiven, riesigen Wellen sahen in unseren Augen ziemlich angsteinflößend aus, aber die Aussies kennen da nix und rockten mit ihren Surfbrettern die Wellen, sehr beeindruckend. Das Weingebiet um Margaret River hatte es uns hingegen viel mehr angetan ..
Natürlich kosteten wir die Weinproben aus und gaben uns als die absoluten Kenner aus ;)

















Im Hinterland wachsen die beeindruckenden Karri Bäume, die bis zu 100 Meter hoch werden und Stämme haben so groß wie unser Wohnzimmer(wenn ihr´s nicht glaubt, wir haben Beweise!).
Wir spazierten den tollen Tree Top Walk entlang, der in 40 Meter Höhe durch die bäume führt und einen kleinen Eindruck von der Größe der gewaltigen Giganten gibt
In vielen hat schon der blitz eingeschlagen und sind dadurch gespalten so dass man hineinklettern konnte und man kam sich vor wie in einer Höhle.
Durch den Regen den wir hatten, wirkte die Gegend sehr mystisch, wir genossen die gute Luft und sahen hunderte von innigen Kangaroos.























Für den letzten Tag unserer Reise dachten wir uns etwas Besonderes aus und schlossen uns einer Waltour an. Unser kleiner Katamaran arbeitete sich durch die raue See, das Wasser peitschte uns ins Gesicht, aber dafür sahen wir die größten Säugetiere dieser Welt aus nächster Nähe und uns wurde mit einer überdimensionalen Schwanzflosse zugewunken.


Eine spannende, überwältigende und extreme Reise geht zu Ende in einem Land das fast menschenleer, aber doch sehr menschlich ist.

The End

Donnerstag, 28. Mai 2009

Der wilde Westen

Grüß euch liebe Leutz,

in unserem traumhaften Kurzurlaub in Cape Leveque ging es uns vielleicht ein klein wenig zu gut, den kurz darauf hat uns der sonst so treue Waldi in Stich gelassen und wir mussten ihm einen neuen Anlasser besorgen.
Doch der Ärger verflog schnell als wir uns in das gigantische Schluchtensystem des Karijini National Parks stürzten. Durch diesen abenteuerlichen Park schlängeln sich 5 riesige Schluchten mit bis zu 100 Meter steilen Felswänden und glasklaren (und eiskalten..) Becken am Grund.
Wir durchforschten die ein oder andere Gorges, kletterten an Wasserfällen hoch und genoßen den unglaublichen Anblick, den uns diese zerklüftete Landschaft bot.




















Von dort ging es dann schnurstracks Richtung Meer, zum wunderschönen Ningaloo Riff. Dort campten wir in den wildromantischen Sanddünen und schnorchelten im türkisblauen, ruhigen Meer, das von einem gewaltigen Riff geschützt wird und die tosenden Wellen abhält.
Es kann zwar nicht mim Great Barrier Reef mithalten was die Farben des Riffe angeht, hat aber eine unglaubliche Vielfalt der Meeresbewohner zu bieten. Unter anderem sahen wir eine innige Meeresschildkröte an uns vorbei schwimmen und der Michi entdeckte sogar (harmlose) Riffhaie!









Etwas weiter Richtung Süden endete das
Riff und die stürmische See krachte mit
aller Gewalt an die steinerne und
durchlöcherte Küste. Das Meer presst
ich eben durch diese kleinen Löcher und
daraus entstehen bis zu 10 Meter hohe
Fontänen, das sieht sehr beeindruckend
aus doch wir waren froh, im
trockenen zu sein...








Das nette Stranddörfchen Coral Bay mit seiner herrlichen Bucht lud zwar zum baden ein, aber nicht zum verweilen, da uns zu viele Touristen am Start waren.
Wir flüchteten uns nach erholsamen Stunden am Strand in die Dünen (unser Waldi macht`s möglich) und genoßen unsere Zweisamkeit.


Den australischen Winter bekommen wir so langsam zu spüren, die Tage werden kürzer und anstatt 35 hat es nur noch 30 Grad...;-)

Ganz liebe Grüße

Dienstag, 19. Mai 2009

Vom Pazifik zum Indischen Ozean

Die abenteuerlichen Kimberleys und die weißen Sandstrände von Broome

Unsere Reiseroute führte uns durch die atemberaubende Landschaft der Kimberleys, einer mit gelben Spinifex überzogenen Halbwüste mit gigantischen, roten Bergketten die von steilen Schluchten durchzogen werden.
Die Strecke zum abenteuerlichen Bungle Bungle National Park wurde von immer lustigeren Boab-Bäumen begleitet und die kontrastreiche Gegend zog uns so in ihren Bann, dass wir aus dem Staunen gar nicht mehr rauskamen.Die Kangaroos schmunzelten uns aus dem Busch an und die Nachmittagssonne tauchte die ganze Umgebung in die schönsten Farben
.


Und schon stürzten wir uns in das Allrad-Abentuer der unglaublichen Bungles, das abstrakteste "Gebirge" was wir je gesehen haben. Hunderte von rot-schwarz gestreiften, runden Felsformationen ... am besten ihr schaut euch einfach die Wahnsinnsfotos an.

Die nur für Geländewagen zugelassene, extrem steile, kurvige und vor allem steinige "Straße" hatte es ganz schön in sich und stellte unser treues Auto auf eine harte Probe.
Wir mussten sogar bis zu 50cm hohe Flüße überqueren, doch alles kein Problem für unseren Super-Waldi!







Im National Park erwarteten uns dann überwältigende, rote Schluchten und Felsspalten durch die wir klettern konnten und spektakuläre Wanderungen durch die Bungles, ein wirklich tolles Erlebnis!





















Es ging weiter Richtung Westen und auf dem Westen machten wir einen Abstecher zum Tunnel Creek, einer Tropfsteinhöhle die wir mit Taschenlampen erkunden konnten und zur fantastischen Windjana Gorge.
Durch diese riesige, tropische Schlucht schlängelt sich ein Fluss und auf den Sandbänken tummelten sich gefährlich aussehende Krokodile. Der Wanderweg führte nur wenige Meter an den Reptilien vorbei, doch diese schienen zum Glück kein Interesse an uns gehabt zu haben ...




Nach diesem Zusammentreffen mit eher angsteinflößenden Kreaturen widmeten wir uns viel zahmeren Tieren zu und schwingten uns auf die Rücken von Pferden auf einer typisch australischen Range. Auch der Michi bekam irgendwann seinen Hengst unter Kontrolle und wir konnten den Ausritt durch den Busch genießen.

Endlich erreichten wir die herrlichen, weißen Sandstrände von Broome und sie sind wirklich so schön wie man immer hört! Wir genoßen einen gemütlichen Strandtag am berühmten Cable Beach, beobachteten einen der tollsten Sonnenuntergänge überhaupt und sahen uns am Abend einen Film im Open Air Kino unter Sternenhimmel an.

Wir gönnten uns einen "Kurzurlaub" an der traumhaften Küste des Cape Leveque, nördlich von Broome und planschten dort im azurblauen und kristallklarem Meer was den Cook Islands schon sehr ähnlich kommt...
Wir hatten eine einfache, romantische Strohhütte direkt am Meer, chillten in der Hängematte und saßen abends lange am Lagerfeuer und staunten über den wahnsinns Sternenhimmel.
Es war für uns wie im Paradies!!!















Jetzt haben wir noch circa 4 Wochen Zeit für die Westküste die einiges zu bieten haben soll.
Wir entschieden uns die Reise in Perth zu beenden und nicht in Sydney, so bleiben uns 3000 km Fahrerei erspart und wir haben mehr Zeit zu Surfen und am Strand zu fletzen ...

Ganz liabe Griass an dahoam!

Mittwoch, 6. Mai 2009

Top End Australia

Darwin, Litchfield N.P. und die Strecke bis West Australien


Gruess euch,


trotz der unglaublich schönen und abwechslungsreichen Landschaft im Kakadu National Park freuten wir uns wieder auf die Zivilisation, die schwüle Hitze und die tausenden Moskitos hält man einfach nicht lange aus...

Also machten wir uns auf in die schillernde Metropole des Northern Territory mit sagenhaften 70.000 Einwohnern...;-)





Doch auf dem Weg dorthin machten wir

erstmal Bekanntschaft mit

riesen Barramundies und sehr innigen

Long-Neck-Schildkroeten!





Darwin liegt in einer großen Bucht mit vielen grünen Parks und hat einiges zu bieten.

Wir genossen einen Kinofilm im Liegestuhl unter Sternenhimmel, bummelten durch die recht überschaubare Stadt und hatten das Glück, den ersten Sunset Market in diesem Jahr erleben zu können. Überall duftete es aus feinstem Speisungsständen, Künstler zeigten was sie können und natürlich wurde jede menge Kram angeboten...wir schauten uns das schöne Eröffnungsfeuerwerk am Strand an und kauften uns eine Hängematte, die wir hier sicher sehr gut gebrauchen können.

Und schon ging es los zu dem nächsten tollen Highlight des Nordens, dem Litchfield National Park.

Schon auf dem Weg dorthin wurden wir von den wunderschönen Berry Springs überrascht, natürliche Schw

immbecken die mit Mangroven verzierten Flusswegen verbunden sind. Wir schwingten uns auf unsere Luftmatratze und verbrachten eine herrliche Zeit in dem erfrischenden Nass.




Im abwechslungsreichen Litchfield NP sahen wir traumhafte Wasserfälle mit Wasserlöchern zum plantschen, fuhren abenteuerliche Allrad-Tracks und stellten den Waldi auf die Probe und staunten über die gigantischen Termitenhügel! Die Ameisen erweisen sich hier als wahre Meister der Architektur und bauen ihre “Kathedralen” bis zu unglaublichen 8 Meter hoch!

Zum Schluss entdeckten wir noch den unglaublich schönen Robin Falls, mit schwarzem Gestein und kleinem Wasserloch zum baden, den wir ganz für uns alleine hatten.





Das ist sehr angenehm hier im Norden Australiens, überall gibt es wundervolle Seen oder Wasserfälle wo man sich erfrischen und der heißen Sonne kurz entfliehen kann.

Von dort aus ging es dann los in den wild, wild West! Den ganzen Weg schon wurden wir begleitet von lustigen Baobab Bäumen mit riesigen Stämmen und verkrüppelten Ästen. Bei dem Grenzübergang nehmen es die Aussies ziemlich genau, konfiszieren alles Obst und Gemüse und suchen das Auto nach Fröschen und Insekten ab...dafür wurden uns 1 1/2 Stunden geschenkt!




Das Abenteuer geht nun in den Kimberleys und an der Westküste weiter!